Werte und Tabellen
Optimale Luftfeuchtigkeit je Raum
Für beheizte Wohnräume nennt der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes einen Zielbereich der relativen Luftfeuchte; er steht mit Fundstelle in der Tabelle weiter unten. Dauerhaft oberhalb dieses Bereichs begünstigt die Raumluft Schimmelwachstum. Entscheidend ist dabei nicht der Wert, den ein Hygrometer in der Raummitte anzeigt, sondern die Feuchte unmittelbar an der kältesten Oberfläche des Raums.
Der Grund ist einfach: Kalte Luft nimmt weniger Wasserdampf auf als warme. Dieselbe Wassermenge in der Luft ergibt deshalb an einer kalten Außenecke eine höhere relative Feuchte als in der warmen Raummitte — und ist die Ecke kalt genug, die Sättigung, an der sich Tauwasser bildet. Ab welcher Oberflächentemperatur das geschieht, steht in der Taupunkttabelle weiter unten. Deshalb erklärt diese Seite beides — die Zielbereiche für die Raumluft und die Rechnung dahinter.
- Relative Luftfeuchte
- Die relative Luftfeuchte gibt an, wie viel Prozent des bei der aktuellen Lufttemperatur maximal möglichen Wasserdampfs die Luft tatsächlich enthält. 100 Prozent bedeuten Sättigung: Weiterer Wasserdampf schlägt sich als Tauwasser nieder.
- Weil der Bezugswert von der Temperatur abhängt, ändert sich die relative Feuchte, ohne dass ein Gramm Wasser hinzukommt. Wird ein Raum um fünf Grad kühler, steigt die relative Feuchte deutlich an — die absolute Wassermenge in der Luft bleibt gleich. Wer den Hygrometerwert beurteilt, muss die Raumtemperatur mitlesen; ohne sie ist die Prozentzahl nicht interpretierbar.
Quelle: Eigene Berechnung nach der Magnus-Formel für Wasserdampf über Wasser; Werte auf eine Nachkommastelle gerundet · Stand gerechnet im September 2026
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Zum FormularZielbereiche der relativen Luftfeuchte je Raum
Der Zielbereich für beheizte Wohnräume ist derselbe. Was sich je Raum unterscheidet, ist der Feuchteeintrag und die Stelle, an der eine Überschreitung zuerst sichtbar wird.
Wohn- und Arbeitsräume
Relative Luftfeuchte
40 bis 60 Prozent
Was die Temperatur dabei bewirkt
Bei gleicher Wassermenge in der Luft steigt die relative Feuchte, sobald der Raum auskühlt. Ein Raum, der nur abends geheizt wird, hat morgens den höheren Messwert.
Woher die Feuchte kommt
Atmung, Pflanzen, Wäschetrocknen, offene Türen zu Bad und Küche
Schlafzimmer
Relative Luftfeuchte
40 bis 60 Prozent
Was die Temperatur dabei bewirkt
Wird das Schlafzimmer kühler gehalten als die übrige Wohnung, wandert Feuchte aus den warmen Räumen dorthin und schlägt sich an der kältesten Wand nieder. Die Zimmertür geschlossen zu halten, gehört deshalb zur Lösung.
Woher die Feuchte kommt
Feuchteabgabe über mehrere Stunden Schlaf bei geschlossenem Fenster
Bad
Relative Luftfeuchte
40 bis 60 Prozent im Tagesmittel
Was die Temperatur dabei bewirkt
Nach dem Duschen ist die Spitze kurzzeitig hoch — das ist kein Mangel, solange sie abgelüftet wird und die Wandtemperatur nicht dauerhaft unter dem Taupunkt liegt.
Woher die Feuchte kommt
Duschen, Baden, feuchte Handtücher; in fensterlosen Bädern der Abluftstrang
Küche
Relative Luftfeuchte
40 bis 60 Prozent
Was die Temperatur dabei bewirkt
Kochdampf trifft auf die kälteste Fläche im Raum, das ist die Fensterlaibung oder die Außenecke. Dort entsteht Tauwasser zuerst, nicht in der Raummitte.
Woher die Feuchte kommt
Kochen, Spülmaschine, Wasserkocher
Keller
Relative Luftfeuchte
kein übertragbarer Zielwert
Was die Temperatur dabei bewirkt
Im Sommer ist der Keller die kälteste Stelle des Hauses. Warme Außenluft kühlt dort ab, ihre relative Feuchte steigt, und sie gibt Wasser an die Wände ab. Lüften macht es dann schlechter, nicht besser — gelüftet wird, wenn die Außenluft kälter ist als die Kellerluft.
Woher die Feuchte kommt
Sommerliche Außenluft, Wäsche, offene Bodenflächen
Die Zeile „Keller“ trägt bewusst keinen Prozentwert: Der Zielbereich für beheizte Wohnräume lässt sich auf einen unbeheizten Keller nicht übertragen, weil dort die Oberflächentemperatur und nicht das Nutzerverhalten führt.
Quelle: Umweltbundesamt, Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden (Schimmelleitfaden) · Stand geprüft im September 2026
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Zum FormularWarum der Wert in der Raummitte nicht entscheidet
Schimmel wächst nicht in der Luft, sondern auf einer Oberfläche. Maßgeblich ist deshalb die relative Feuchte in der dünnen Luftschicht unmittelbar an dieser Oberfläche — und die ist an einer kalten Außenecke höher als in der Raummitte, obwohl beide dieselbe Luft teilen.
Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes nennt als bauphysikalische Wachstumsschwelle eine relative Feuchte an der Oberfläche von etwa 80 Prozent über einen längeren Zeitraum. Sichtbares Tauwasser braucht es dafür nicht: Eine Wand kann trocken aussehen und im Grenzbereich liegen. Das erklärt, warum Schimmel hinter Schränken und in Zimmerecken auftritt, während das Hygrometer auf dem Tisch einen unauffälligen Wert zeigt.
Quelle: Umweltbundesamt, Schimmelleitfaden (Wachstumsschwelle an der Oberfläche); DIN 4108-2 — Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden, Mindestwärmeschutz (Randbedingungen des Tauwassernachweises) · Stand geprüft im September 2026
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Zum Formular- Taupunkt
- Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die Luft abgekühlt werden müsste, damit der in ihr enthaltene Wasserdampf zu kondensieren beginnt. Jede Fläche im Raum, die kälter ist als der Taupunkt der Raumluft, bekommt Tauwasser.
- Aus dieser Definition folgt der praktische Test: Raumtemperatur und relative Feuchte ablesen, Taupunkt aus der Tabelle ablesen, die Oberflächentemperatur der verdächtigen Stelle mit einem Infrarot-Thermometer messen. Liegt die Oberfläche unter dem Taupunkt, ist die Ursache gefunden, ohne dass eine Wand geöffnet werden muss.
Quelle: Eigene Berechnung nach der Magnus-Formel für Wasserdampf über Wasser; Werte auf eine Nachkommastelle gerundet · Stand gerechnet im September 2026
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Zum FormularSättigungsmenge und Taupunkt
Die erste Angabe ist die Lufttemperatur. Die zweite zeigt, wie viel Wasser ein Kubikmeter Luft bei dieser Temperatur maximal aufnehmen kann. Die Angaben zu den Raumluftfeuchten zeigen, ab welcher Oberflächentemperatur bei der jeweiligen Feuchte Tauwasser entsteht.
0 °C
Sättigungsmenge
4,8 g/m³
Taupunkt bei 50 % r. F.
−9,2 °C
Taupunkt bei 60 % r. F.
−6,8 °C
Taupunkt bei 70 % r. F.
−4,8 °C
5 °C
Sättigungsmenge
6,8 g/m³
Taupunkt bei 50 % r. F.
−4,6 °C
Taupunkt bei 60 % r. F.
−2,1 °C
Taupunkt bei 70 % r. F.
0,0 °C
10 °C
Sättigungsmenge
9,4 g/m³
Taupunkt bei 50 % r. F.
0,0 °C
Taupunkt bei 60 % r. F.
2,6 °C
Taupunkt bei 70 % r. F.
4,8 °C
15 °C
Sättigungsmenge
12,8 g/m³
Taupunkt bei 50 % r. F.
4,7 °C
Taupunkt bei 60 % r. F.
7,3 °C
Taupunkt bei 70 % r. F.
9,6 °C
18 °C
Sättigungsmenge
15,3 g/m³
Taupunkt bei 50 % r. F.
7,4 °C
Taupunkt bei 60 % r. F.
10,1 °C
Taupunkt bei 70 % r. F.
12,4 °C
20 °C
Sättigungsmenge
17,2 g/m³
Taupunkt bei 50 % r. F.
9,3 °C
Taupunkt bei 60 % r. F.
12,0 °C
Taupunkt bei 70 % r. F.
14,4 °C
22 °C
Sättigungsmenge
19,4 g/m³
Taupunkt bei 50 % r. F.
11,1 °C
Taupunkt bei 60 % r. F.
13,9 °C
Taupunkt bei 70 % r. F.
16,3 °C
24 °C
Sättigungsmenge
21,7 g/m³
Taupunkt bei 50 % r. F.
12,9 °C
Taupunkt bei 60 % r. F.
15,8 °C
Taupunkt bei 70 % r. F.
18,2 °C
Ablesebeispiel: In einem Raum mit 20 Grad und 60 Prozent relativer Feuchte beschlägt jede Fläche, die kälter als 12 Grad ist. Eine ungedämmte Außenecke hinter einem Schrank kann diesen Wert im Winter unterschreiten, während die Raummitte unauffällig bleibt.
Quelle: Eigene Berechnung nach der Magnus-Formel für Wasserdampf über Wasser; Werte auf eine Nachkommastelle gerundet · Stand gerechnet im September 2026
Was ein Hygrometer leisten kann — und was nicht
Ein einfaches Gerät für wenige Euro liefert brauchbare Hinweise, solange man weiß, wonach es gefragt wird.
- Es zeigt die Feuchte der Luft an seinem Standort. Stellen Sie es dorthin, wo das Problem ist — an die kalte Außenwand, nicht auf die Heizung und nicht ins helle Fenster.
- Es zeigt keinen Wassergehalt von Wänden oder Estrich. Dafür braucht es ein Bauteilmessgerät und ein Verfahren, das zum Material passt.
- Es zeigt keine Oberflächentemperatur. Erst zusammen mit einem Infrarot-Thermometer wird aus dem Messwert eine Aussage über Tauwasser.
- Es reagiert träge und driftet mit der Zeit. Zwei Geräte nebeneinander zeigen den Abstand zwischen ihnen; für eine Beweisführung reicht das nicht.
- Ein einzelner Wert sagt wenig. Notieren Sie morgens und abends über zwei Wochen, dann wird der Verlauf lesbar — und der Verlauf ist die eigentliche Information.
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Zum FormularHäufige Fragen
Welche Luftfeuchtigkeit ist in der Wohnung optimal?
In beheizten Wohnräumen gibt es einen Zielbereich der relativen Luftfeuchte; er steht auf dieser Seite mit Fundstelle in der Tabelle „Zielbereiche der relativen Luftfeuchte je Raum“. Dauerhaft oberhalb dieses Bereichs begünstigt die Raumluft Schimmelwachstum, deutlich darunter wird die Luft als trocken empfunden. Der Wert ist nur zusammen mit der Raumtemperatur zu beurteilen: Derselbe Wassergehalt ergibt in einem kühleren Raum eine höhere relative Feuchte.
Ab welcher Luftfeuchtigkeit entsteht Schimmel?
Entscheidend ist die relative Feuchte unmittelbar an der Oberfläche über einen längeren Zeitraum, nicht der Wert der Raumluft in einem Moment. Die bauphysikalische Wachstumsschwelle dafür steht auf dieser Seite mit Fundstelle im Abschnitt „Warum der Wert in der Raummitte nicht entscheidet“. Sie wird an kalten Stellen erreicht, während die Raumluft noch unauffällig misst — an einer Außenecke, einer Fensterlaibung oder hinter einem Schrank an der Außenwand. Deshalb ist die Oberflächentemperatur die zweite Größe, die man kennen muss.
Warum steigt die Luftfeuchtigkeit, wenn ich weniger heize?
Kältere Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen als warme. Sinkt die Raumtemperatur, bleibt die Wassermenge in der Luft gleich, der Bezugswert wird aber kleiner — die relative Feuchte steigt, ohne dass Wasser hinzugekommen ist. Ein Raum bei 20 Grad kann rund 17 Gramm Wasser je Kubikmeter aufnehmen, bei 10 Grad sind es rund 9 Gramm.
Hilft Lüften im feuchten Keller?
Im Sommer verschlechtert Lüften die Lage im kalten Keller. Warme Außenluft enthält viel Wasserdampf; kühlt sie im Keller ab, steigt ihre relative Feuchte und sie gibt Wasser an die Wände ab. Gelüftet wird deshalb, wenn die Außenluft kälter ist als die Kellerluft — in den frühen Morgenstunden oder in der kalten Jahreszeit.
Behebt ein Luftentfeuchter einen Wasserschaden?
Nein. Ein Luftentfeuchter entzieht der Raumluft Feuchte und hilft gegen Kondensat an kalten Flächen — einen Wasserschaden behebt er nicht. Wasser in Estrich, Dämmschicht oder Mauerwerk erreicht die Raumluft nicht von selbst und braucht die technische Trocknung mit Messung. Wer nach einem Wasserschaden nur entfeuchtet, trocknet die Luft und lässt das Bauteil nass.
