Datenprojekt
Leitungswasserschäden in Deutschland: Zahlen und Entwicklung
Zahlen zu Leitungswasserschäden in Deutschland stammen aus der Schadenstatistik der Versicherungswirtschaft: Sie zählt gemeldete und regulierte Schäden, weist deren Aufwand aus und setzt beides ins Verhältnis zur Zahl der versicherten Verträge. Diese Seite bereitet diese Kennzahlen auf, erklärt ihre Aussagekraft und benennt zu jeder die Fundstelle und das Erhebungsjahr.
Was hier steht, ist die Struktur und die Abgrenzung, nicht eine gegriffene Zahl. Der Grund steht offen im Text: Eine Statistikseite, die eine Zahl aus zweiter Hand übernimmt, ist als Zitierziel wertlos. Jede Zahl erscheint hier mit Quelle, Erhebungsjahr und Abgrenzung — oder sie erscheint nicht.
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Zum Formular- Leitungswasserschaden
- Ein Leitungswasserschaden ist ein Schaden durch Wasser, das aus Rohren der Wasserversorgung, aus damit verbundenen Schläuchen, aus angeschlossenen Einrichtungen oder aus deren wasserführenden Teilen bestimmungswidrig ausgetreten ist. Maßgeblich ist der bestimmungswidrige Austritt: Wasser, das planmäßig fließt, ist kein Leitungswasserschaden.
- Aus dieser Abgrenzung folgt, was die Statistik gerade nicht enthält. Wasser von außen — Starkregen, Überschwemmung, Rückstau — gehört nicht dazu, sondern zu den Naturgefahren. Auch Wasser aus einer offen gelassenen Armatur oder aus einem übergelaufenen Becken erfüllt die Definition nicht. Die genaue Formulierung steht in den Versicherungsbedingungen des jeweiligen Vertrags; die Musterbedingungen der Versicherungswirtschaft (VGB) geben nur den Rahmen vor.
Quelle: Musterbedingungen für die Wohngebäudeversicherung (VGB) des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft; im Einzelfall gilt der eigene Vertrag · Stand geprüft im September 2026
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Zum FormularDie Kennzahlen und was sie tatsächlich aussagen
Missverständnisse entstehen bei diesen Kennzahlen nicht in der Erhebung, sondern beim Lesen. Die letzte Angabe nennt deshalb zu jeder Kennzahl, was sie gerade nicht belegt.
| Kennzahl | Was sie angibt | Was sie nicht angibt |
|---|---|---|
| Zahl der gemeldeten Leitungswasserschäden je Jahr | wie viele Schäden den Versicherern gemeldet und reguliert wurden | wie viele Wasserschäden es insgesamt gab — unversicherte, nicht gemeldete und unter der Selbstbeteiligung liegende Fälle fehlen |
| Schadenaufwand je Jahr | die Summe, die die Versicherer für diese Schäden aufgewendet haben | die tatsächlichen Gesamtkosten für die Betroffenen — Selbstbeteiligung, Eigenleistung und nicht erstattete Positionen sind nicht enthalten |
| Durchschnittsschaden | Schadenaufwand geteilt durch die Zahl der Schäden | was ein bestimmter Schaden kostet — wenige sehr große Schäden ziehen den Mittelwert nach oben |
| Schadenhäufigkeit | die Zahl der Schäden bezogen auf die Zahl versicherter Verträge — je nach Veröffentlichung je hundert oder je tausend Verträge | das Risiko eines einzelnen Gebäudes; Bauart, Leitungsalter und Nutzung gehen in diese Kennzahl nicht ein |
| Entwicklung über die Jahre | die Richtung der Zeitreihe | die Ursache dieser Entwicklung — Baupreise, Meldeverhalten, Bestandsveränderungen und Vertragsgestaltung wirken zusammen |
| Regionale Verteilung | Unterschiede zwischen Gebieten, soweit die Veröffentlichung sie ausweist | eine Aussage über eine einzelne Stadt oder Straße; die Gebietsabgrenzung folgt der Veröffentlichung, nicht der Verwaltungsgrenze |
Alle Kennzahlen beziehen sich auf versicherte Schäden. Eine Aussage über das Schadensgeschehen insgesamt lässt sich daraus nicht ableiten.
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Zum FormularWarum hier keine Zahl aus dem Gedächtnis steht
Statistikseiten werden zitiert, und ein Zitat verlängert einen Fehler, statt ihn zu korrigieren. Eine Zahl, die ohne Quelle und ohne Jahresangabe im Netz steht, wird abgeschrieben, taucht in weiteren Texten auf und lässt sich danach nicht mehr zurückholen. Deshalb ist der Grundsatz dieser Seite streng: Quelle, Erhebungsjahr und Abgrenzung stehen an jeder Zahl, oder die Zahl steht nicht.
Für die Auswertung heißt das konkret: Verwendet werden ausschließlich veröffentlichte Zahlen der Versicherungswirtschaft in ihrer Originalform. Es wird nicht hochgerechnet, nicht zwischen Jahren interpoliert und nicht auf Regionen umgelegt, für die keine Werte veröffentlicht sind. Wo eine Zeitreihe eine Lücke hat, bleibt die Lücke sichtbar.
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Zum FormularWas diese Statistik nicht abbildet
Vier Grenzen, die bei jeder Verwendung mitgedacht werden müssen — auch von uns.
- Unversicherte Schäden. Wer keine Versicherung hat oder unterhalb der Selbstbeteiligung bleibt, taucht nicht auf.
- Die Sanierungskosten. Der Schadenaufwand eines Versicherers ist nicht der Rechnungsbetrag eines Sanierungsbetriebs; er enthält andere Positionen und lässt andere weg.
- Die Ursachenverteilung im Gebäude. Ob ein Schaden von einer Armatur, einem Schlauch, einer Steigleitung oder einem Gerät ausging, weist die Sparte nicht flächendeckend aus.
- Das Risiko des Einzelfalls. Eine Schadenhäufigkeit ist eine Bestandsgröße; für ein bestimmtes Haus mit bestimmtem Leitungsalter sagt sie nichts.
Zitieren, Fundstellen, Korrekturen
Jede Tabelle und jede Grafik trägt die Quelle, das Erhebungsjahr und den Stand der Aufbereitung. Die Aufbereitung darf mit Quellenangabe zitiert werden; für die zugrunde liegenden Zahlen ist die Originalveröffentlichung die Quelle, und sie gehört im Zitat genannt.
Fehler melden Sie über die Kontaktseite mit dem Stichwort Korrekturhinweis. Korrekturen werden sichtbar gekennzeichnet, mit Datum und Beschreibung der Änderung. Eine stillschweigend korrigierte Statistik ist für niemanden zitierfähig — auch nicht rückwirkend.
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Zum FormularHäufige Fragen
Wie viele Leitungswasserschäden gibt es in Deutschland pro Jahr?
Die Zahl der jährlich gemeldeten Leitungswasserschäden weist die Schadenstatistik der Versicherungswirtschaft aus. Diese Seite nennt sie nur mit Fundstelle, Erhebungsjahr und Bestandsangabe — eine Größenordnung ohne diese drei Angaben wäre nicht zitierfähig. Zu beachten ist außerdem, dass die Statistik nur versicherte und gemeldete Schäden zählt.
Was gilt versicherungsrechtlich als Leitungswasserschaden?
Als Leitungswasserschaden gilt ein Schaden durch Wasser, das aus Rohren der Wasserversorgung, angeschlossenen Schläuchen, Einrichtungen oder deren wasserführenden Teilen bestimmungswidrig ausgetreten ist. Wasser von außen — Starkregen, Überschwemmung, Rückstau — fällt nicht darunter, sondern unter die Naturgefahren. Die verbindliche Formulierung steht im eigenen Vertrag.
Warum ist der Durchschnittsschaden höher, als ich erwartet hätte?
Der Durchschnittsschaden ist ein Mittelwert und wird von wenigen sehr großen Schäden nach oben gezogen. Ein Schaden mit monatelanger Trocknung, ausgebauter Dämmschicht und Wiederherstellung mehrerer Räume liegt um ein Vielfaches über einem kleinen Wasseraustritt — im Mittelwert zählen beide gleich. Aussagekräftiger wäre ein Median, den die Sparte aber nicht durchgängig veröffentlicht.
Darf ich die Zahlen dieser Seite zitieren?
Die Aufbereitung dieser Seite darf mit Quellenangabe zitiert werden. Für die zugrunde liegenden Werte ist die Originalveröffentlichung der Versicherungswirtschaft die Quelle; sie steht an jeder Zahl und gehört ins Zitat. Wenn Sie eine Fundstelle nicht auflösen können, fragen Sie über die Kontaktseite nach — wir liefern sie nach.
